So überwintern Ihre Koi's gesund und sicher

So überwintern Ihre Koi's gesund und sicher

Koi-Karpfen (Cyprinus carpio) gehören zu den beliebtesten Teichfischen weltweit. Ihre Robustheit und Langlebigkeit machen sie zu faszinierenden Begleitern – vorausgesetzt, man bereitet sie und ihren Lebensraum richtig auf die kalte Jahreszeit vor. Denn obwohl Kois durchaus winterhart sind, können Fehler in der Teichpflege oder falsche Fütterung schwerwiegende Folgen haben. Dieser Beitrag beleuchtet die biologischen Grundlagen und gibt praxisnahe Tipps, wie Sie Ihren Koi-Bestand optimal durch den Winter bringen.


Biologische Grundlagen: Was passiert mit dem Koi im Winter?

Kois sind wechselwarme Tiere. Ihre Körpertemperatur passt sich der Umgebung an, was bedeutet, dass Stoffwechsel, Verdauung und Aktivität im Winter deutlich reduziert werden. Ab einer Wassertemperatur unter 10 °C stellen Kois fast vollständig die Nahrungsaufnahme ein und fallen in eine Art Winterruhe.

  • Stoffwechselrate sinkt → geringerer Energieverbrauch

  • Immunsystem schwächt ab → erhöhte Anfälligkeit für Parasiten und Infektionen

  • Sauerstoffbedarf bleibt bestehen → ausreichende Wasserqualität bleibt entscheidend


Schritt 1: Teichvorbereitung im Herbst

  1. Laub und organische Reste entfernen
    Herabfallendes Laub und abgestorbene Pflanzenteile zersetzen sich im Wasser, produzieren Faulgase (Methan, Schwefelwasserstoff) und belasten die Wasserqualität. Ein Laubnetz über dem Teich oder regelmäßiges Abfischen beugt Problemen vor.

  2. Wasserqualität überprüfen
    Besonders wichtig sind Nitrit, Ammonium und pH-Wert. Erhöhte Nitritwerte sind toxisch, während Schwankungen im pH-Wert Stress auslösen. Ein stabiler pH zwischen 7,0 und 8,5 ist optimal.

  3. Teichreinigung
    Schlamm am Boden sollte vor dem Winter reduziert werden, da er Faulgase bildet. Ein Teichsauger kann hier gute Dienste leisten.


Schritt 2: Richtige Fütterung im Herbst

  • Temperaturabhängige Fütterung:

    • Über 15 °C: proteinreiches Sommerfutter

    • 10–15 °C: spezielles leicht verdauliches Weizenkeimfutter

    • Unter 10 °C: keine Fütterung mehr

  • Hintergrund: Eiweiße sind bei niedrigen Temperaturen schwer verdaulich und können im Darm faulen – das schwächt die Fische zusätzlich.


Schritt 3: Technische Maßnahmen am Teich

  1. Eisschutz
    Der Teich sollte niemals komplett zufrieren. Offene Wasserflächen sind nötig, damit Faulgase entweichen können und Sauerstoff in den Teich gelangt. Ein Eisfreihalter oder ein kleiner Teichbelüfter sind hier empfehlenswert.

  2. Teichfilter
    Viele Filteranlagen können im Winter abgeschaltet werden, wenn die Temperatur dauerhaft unter 8 °C fällt. Bei größeren Beständen oder milden Wintern kann ein reduzierter Betrieb sinnvoll bleiben.

  3. Wassertiefe
    Damit Kois sicher überwintern, sollte der Teich mindestens 1,5 m tief sein. In tieferen Schichten bleibt das Wasser stabil bei 4 °C – der ideale Rückzugsort für die Fische.


Schritt 4: Kontrolle während des Winters

  • Regelmäßig prüfen, ob die Wasseroberfläche teilweise eisfrei bleibt.

  • Keine Fische aus dem Winterschlaf aufscheuchen, da dies Energie kostet.

  • Bei ungewöhnlichem Verhalten (z. B. Fische schwimmen apathisch an der Oberfläche) sofort Wasserwerte überprüfen.


Schritt 5: Fit ins Frühjahr

Wenn die Wassertemperaturen im Frühling langsam steigen, sollte die Fütterung schrittweise wieder aufgenommen werden. Zunächst mit leicht verdaulichem Futter, dann zunehmend proteinreicher. Gleichzeitig ist jetzt der beste Zeitpunkt für eine gründliche Teichinspektion und eventuelle technische Wartungsarbeiten.


Fazit

Die erfolgreiche Überwinterung von Kois hängt von drei Faktoren ab: guter Teichhygiene, richtigem Fütterungsmanagement und technischen Schutzmaßnahmen gegen Sauerstoffmangel und Faulgase. Wer diese Aspekte beachtet, schafft die Grundlage dafür, dass die Tiere im Frühjahr gesund und vital in die neue Saison starten.